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Wo endet die fotografische Absicht, wo beginnt die malerische Wirkung? Im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung, in dem eine vom Kamerasensor eingefangene Szene nur noch als «Rohling» für das fertige Bild dient, ist diese Frage nicht abschliessend zu beantworten. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit einer unendlichen Auswahl mächtiger Werkzeuge der Computertechnik verwischt in allen Bereichen der Kunst die Grenzen der einzelnen Disziplinen. In den Grenzbereichen entstehen neue faszinierende Welten – Zwischenwelten im Wechselspiel von Wahrnehmung und Imagination.

Natural Abstraction – Matthias Kalt Fotografie

Der unendliche Interpretationsspielraum abstrakter Malerei und die damit entstandene gedankliche Freiheit der Rezeption sind fest verankerte Elemente der heutigen Kunstwelt. Ungegenständliches können wir vor unserem inneren Auge mit konkreten Bildern, Szenen und Stimmungen assoziieren, inspiriert durch unsere individuellen Erfahrungen und subjektiven Erinnerungen. Die klassische Fotografie hingegen hält in der Regel fest, bildet ab. Daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig geändert. Von einem Foto erwarten wir als Betrachter eine Wiedergabe, ein Bild der «Realität»– im weitesten Sinne. Doch warum nicht den umgekehrten Weg gehen und – so, wie die Fotorealisten Anfang der 1970er Jahre malerisch eine faszinierende Gegenständlichkeit schufen, die das Auge täuschte – nun mit der digitalen Kamera eine malerisch wirkende Abstraktion generieren, die gleichermassen das Auge täuscht und als faszinierende Metawelten Malerei und Fotografie vereint.

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Mein Projekt «Natural Abstraction» spielt mit den Grenzen zwischen Konkret und Abstraktion. Reale Momente erhalten lediglich durch bewusstes Weglassen von Dreidimensionalität und Konzentration auf grafische Strukturen, Formen und Farben einen surrealen Charakter. Sie erscheinen dem Betrachter zunächst als abstrakte Malerei, offenbaren sich aber beim genaueren Hinsehen als Fotografie.

In der Natur, die mich mit ihrer unerschöpflichen Vielfalt an Formen, Farben, Strukturen und Mustern immerwährend zu gestalterischer Arbeit im Grenzbereich zwischen Fotografie und Malerei inspiriert, sind die Elemente Wasser, Eis, Schnee, Luft und Erde wieder-kehrende Motive in meinen Bildern. Flüchtige Momente in ihrer Schönheit festzuhalten und sie dadurch fortbestehen zu lassen, ist Antrieb und Motivation für mich.

Vita Matthias Kalt

  • Geboren 1964 in Aarau

  • Mittelschule mit mehrjähriger gestalterischer Ausbildung, Matura Typ B

  • 4 Jahre als Helikopter-Transport- und Rettungspilot bei Air Zermatt

  • 11 Jahre als Linienpilot bei Swissair /Swiss

  • Seit 2002 Berufsmilitärpilot in Dübendorf beim Lufttransportdienst des Bundes

  • Diverse Ausbildungen und Kurse im Bereich visuelle Gestaltung, Typografie und Fotografie